Menü

Zum Stück

Idee und Textfassung: Lee Beagley und das Spielerensemble.
Regie: Lee Beagley.
Bühne/Kostüme: Heike Neugebauer.
Mit: Svea M. Auerbach, Tim D. Lee, Erik Roßbander, Petra-Janina Schultz, Markus, Seuß, Janina Zamani.

Helle Aufregung herrscht an Bord eines Luxusdampfers: Die 1.Klasse-Passagierin sucht dringend jemanden, der auf ihr Kind aufpasst, damit sie ihre Golfstunde an Deck absolvieren kann; der Steward hat nur leider gar keine Zeit, weil er Lady Miranda, einem ehemaligen Kinderstar, der seine besten Tage schon hinter sich hat, ihren Morgenkaffe bringen muss; der Navigator hängt sowieso nur telefonierend an seinem Handy, weil seine Tochter in der fernen Heimat ohne seine Einwilligung heiraten möchte; außerdem soll endlich die Kinder-Spielshow starten, doch beiden Musiker Drum und Bass liegen mal wieder im Clinch - zu unterschiedlich sind ihre Charaktere …
Und dann zieht urplötzlich auch noch ein schwerer Sturm herauf! – Wie durch ein Wunder kann sich eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe von Schiffbrüchigen retten und strandet auf einer einsamen Insel.
Dort geschehen bald seltsame Dinge, denn diese Insel ist das Reich des halbwilden Jungen Caliban und von Ariel, einem geisterhaften Wesen, das sich unsichtbar machen und den Gestrandeten merkwürdige, aber glückliche Traumbilder vorgaukeln kann. Caliban mit seinem widersprüchlichen Charakter - mal ängstlich, mal aggressiv, dann wieder zärtlich - zieht alle in seinen Bann. Die Geschichte seiner traurigen, einsamen Kindheit, seiner leidenschaftlichen Schwärmerei für Miranda, den ehemaligen Kinderstar, sein kompromissloses Selbstbewusstsein und sein Freiheitsdrang rufen in allen Beteiligten ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Jeder sieht in ihm die Spiegelung seiner eigenen Beschränkungen und Möglichkeiten, die tief in Inneren eines jeden von ihnen verborgen liegen. In einem gemeinsamen Spiel beschwören sie Calibans Mutter, die Hexe Sykorax, und erfahren so die Freiheit, ihre Träume in die Realität umzusetzen: Glücklichsein ist keine Fantasie, sondern um glücklich zu sein, braucht es die Fantasie!


Pressestimmen

Grundhumanistische „Sturm“-Paraphrase: Lee Beagleys Weihnachtsmärchen an der bremer shakespeare company. Mit „Caliban“ zeigt Lee Beagley, dass das Theater Kinder und Jugendliche kaum ernster nehmen kann, als genau die Mittel zu benutzen, die in den Abendvorstellungen für Erwachsene auch funktionieren. Schauspieler fungieren zugleich als Musiker, Mikrofone werden nicht versteckt, sondern in der Hand gehalten, Bühnenillusionen werden offen gelegt. Für die Illusion – das können die jungen Besucher/innen gut gleich mal mit „lernen“ – braucht das Theater sich nicht (und von sich nichts) zu verstecken. Der souveräne Umgang mit Kulturtechniken ist gewiss nicht unwichtiger als die inhaltliche „Botschaft“!
Kreiszeitung, 29.11.2010, von Tim Schomacker