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1:30 ohne Pause

Spielfassung und Regie: Andreas Kloos
Ausstattung: Heike Neugebauer
Mit: Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke

Fast 200 Jahre nach Shakespeares „Romeo und Julia“ beschreibt der junge Friedrich Schiller eine ähnlich schicksalhafte Liebe, wie die des Veroneser Paars: Luise Miller, die Bürgerstochter, liebt Ferdinand von Walter, den jungen Baron. Und er liebt sie. Der Kampf um das Unmögliche und ihr bedingungsloser Glaube an ihre Liebe, an Gott und an sich selbst treibt sie, umgeben von Skrupellosigkeit, Lüge, und Verrat zum Äußersten.
Heute, in einer Gesellschaft auf der Suche nach Sinn und Werten, beeindruckt der Absolutheitsanspruch dieser zum Scheitern verurteilten Liebe auf ganz eigene Weise. Doch auch wenn am Ende der gemeinsame Freitod über die Liebe siegt, bleibt “Kabale und Liebe” eine aufbegehrende Ode an die Leidenschaft eines echten und tiefen Gefühls.

Andreas Kloos Spielfassung für zwei Schauspieler rafft „Kabale und Liebe” auf anderthalb Stunden, ohne den Kern des Stückes anzutasten. Im fliegenden Wechsel besetzen Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke acht verschiedene Rollen. Nur wenige Kostümteile und Requisiten stehen ihnen jeweils zur Charakterisierung zur Verfügung, den Rest müssen Haltung, Gestik und Sprache transportieren.


Pressestimmen

Zweifelsohne getragen durch die beiden überzeugenden Charaktere. In Sekundenbruchteilen gelingt es ihnen, die Atmosphäre im Stück je nach Belieben zu verdichten oder zu entzerren.
Auch wenn am Ende der gemeinsame Freitod über die gemeinsame Liebe siegt, bleibt “Kabale und Liebe” doch eine aufmüpfige Ode an die Liebe.
Kreiszeitung


Zu einer temporeichen und mit eineinhalb Stunden angenehm kurzen Inszenierung von Kabale und Liebe lud am Premieren-Freitag die shakespeare company ein. Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke teilten sich die acht Rollen mit viel Charme und Überzeugungskraft, so dass man als Zuschauer das Gefühl hatte, auf der dezent möblierten Bühne agieren mehr als zwei Personen. Nicht nur in unterschiedliche Charaktere, auch in das andere Geschlecht schlüpften die Akteure mühelos.
Weser-Report


In diesem auf das Wesentliche gekürzten Stück agieren Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke virtuos in acht Rollen.
Mit witzigen Einfällen werden die vielen Verwandlungen offen gezeigt. Schillers pathetische und brennende Sprache bleibt der Inszenierung erhalten und enthält durch entstaubende Kürzungen sowie das engagierte Spiel der Schauspieler neuen Pep.
Diabolo


Der Regisseur und seine beiden Protagonisten vertrauen auf die Kraft der Liebe, wie Schiller sie glühend geschildert hat, wissen aber auch um die Uneinlösbarkeit des absoluten Liebesanspruchs. Das Ende ist der Anfang; Der Anfang ist das Ende dieses intensiven Abends, der uns daran erinnert, dass Schillers Genius für immer jung sein wird.
Weserkurier


Die Inszenierung benutzt den starken Strich der Karikatur, um Bühnenfiguren wie die dümmliche Hofschranze von Kalb und den polternden Musiker Miller (beide Thomas C. Zinke) voneinander abzugrenzen. Ganz in Schillers Sinn: Der Stürmer und Dränger hat seinen Text selbst mit reichlich Ironie (und Zoten) garniert. Lustvoll spielen Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke den originalen Witz in Schillers bürgerlichem Trauerspiel aus, ohne dessen tragische Momente lächerlich zu machen. Darin liegt die besondere Leistung der beiden.
taz