Macbeth

von William Shakespeare

2:10 ohne Pause

Übersetzung: Rainer Iwersen
Regie: Jörg Steinberg
Ausstattung: Heike Neugebauer
Maske: Rosi Algra
Musik und Dramaturgie: Holger Kuhla

Mit: Frank Auerbach, Christian Bergmann, Michael Meyer, Tim Lee, Erik Roßbander, Janina Zamani

Schottland im 11. Jahrhundert. Auf dem Weg zu ihrem König Duncan begegnet den Feldherren Macbeth und Banquo eine Hexe. Sie prophezeit den beiden Unglaubliches: Macbeth soll Than von Cawdor - und schließlich sogar König von Schottland werden, Banquo hingegen der Stammvater von vielen Königen. Macbeth zögert, denn die Krone zu erlangen, bedeutet einen König aus dem Weg zu räumen. Doch tatsächlich ernennt König Duncan Macbeth zum Than von Cawdor und verbringt als Gast die Nacht des Sieges in Macbeths Schloss. Wie aber steht es mit dem zweiten Teil der Weissagung? Macbeth tötet schließlich den schlafenden König. Der Verdacht fällt auf Duncans Söhne, die ins Ausland fliehen. Macbeth wird zum König gekrönt. Er hat sein Ziel erreicht, doch hinter seiner Masken der Macht wütet die kalte Angst. Die blutigen Schatten des Mordes verfolgen Macbeth. Bald schon lässt er auch Banquo töten, den einzigen Mitwisser der unheilvollen Prophezeiung, aus dessen Nachkommenschaft einmal ein Geschlecht von Königen erwachsen soll. Doch auch nach dieser Tat bleibt Macbeth ein ruhelos Getriebener. Ein neuer spruch der Hexe macht ihn endlich sicher. „Keiner, der aus Weibes Schoß gekrochen ist, bedroht Macbeth. Macbeth soll nie besiegt sein, es sei denn, dass Birnams Wald nach Dunsinane hinaufmarschiert.“ Duncans Sohn Malcolm zieht mit einem Heer gegen Schottland, und am Ende fällt Macbeth. Die Prophezeiung der Hexe hat sich erfüllt, doch das Ende ist wie der Anfang …

Trailer


Pressestimmen

Die beste Szene, den stärksten Moment erlebt die Aufführung lange bevor das Gemetzel beginnt. Es ist jener zaghafte versuch Macbeths, sich selbst, vor allem aber seine Frau von den wilden Meuchelmordplänen abzubringen. Da spricht Macbeth (Erik Roßbander) mit (zunächst) fester Stimme zu seiner Frau: „Wir unternehmen in der Sache nichts mehr“ (Übersetzung: Rainer Iwersen) – und verkriecht sich zwischen den Zuschauern, als wünsche er, dass das Stück an dieser Stelle zu Ende sein möge. Die „zarte“ Lady Macbeth muss ihren Mann in ihrer wilden Entschlossenheit (Janina Zamani) förmlich wieder auf die Bühne ziehen, damit es weitergehen kann. Die Szene ist deswegen so gut, weil sie einen Einblick in die Psychologie der Protagonisten ermöglichtcund zugleich, ohne albern zu wirken, ein bisschen von jener Leichtigkeit vermittelt, die aber gerade mit „Macbeth“ so schwer in Einklang zu bringen ist.
Kreiszeitung


Steinberg hat das Drama im archaischen Mittelalter angesiedelt, ganz so wie es William Shakespeare wollte. Einzig in der burlesken Pförtnerszene gönnt er sich und seinem Ensemble eine Aktualisierung und eine Pause vom ewigen Dauermorden. Sandro Costantini weiß in diesem Kabinettstückchen zu brillieren. „Neid muss man sich verdienen“, philosophiert er als kauziger Shakespeare-Narr, indem er zum Rundumschlag gegen korrupte Manager und Betriebsräte ausholt, deren Kurtisanen-Eskapaden der kleine „Mannesmann “ bezahlen muss. Frank Auerbach gibt nicht nur den martialischen Krieger Lenox, er agiert auf der durch schwarze Gazevorhänge unterteilten Einheitsbühne auch als diabolisch kichernde Schicksalsschwester im schwarzen Taftkleid (Ausstattung: Heike Neugebauer). Christian Bergmann als Macduff: Packend, wie sein rasender Hass und seine Trauer über seine von Macbeth ausgelöschte Familie im finalen Blutrausch kulminiert. Als wackerer Kämpfer schlägt sich Michael Meyer ohne Fehl und Tadel.
Und Macbeth? Erik Roßbander verkörpert ihn als jovialen Größenwahnsinnigen, der sich am Ende für unverwundbar hält und nur wenig angekränkelt ist von vordergründigen psychischen Problemen. Als der Geist des blutüberströmten Mordopfers Banquo (schauerlich: Sandro Costantini) auf dem Krönungsfest auftaucht, lässt der Regisseur sein Entsetzen mit Herumalberei kaschieren.
Viel Beifall für alle am Blutrausch beteiligten Bravehearts.
Weserkurier


Steinberg konzentriert sich vor allem auf die inneren Ansichten der Hauptfiguren: Macbeths anfängliche Zweifel und Skrupel werden ebenso sinnfällig herausgearbeitet wie der zielgerichtete Einfluss der Lady Macbeth, die ihr Gift in Macbeths Seele träufelt. Der Horror entsteht in Kopf, durch die ungeheuerlich beschleunigte Gewaltbereitschaft. Steinberg hat die düsteren, schauerlichen Effekte wohldosiert und versteht es immer wieder, auch fast humorvolle Akzente zu setzen, die manchen Lacher auslösten – auch wenn er dann im Halse stecken bleibt.
Die Leistung der sechs Schauspieler war bei der Premiere schlicht großartig – man ist es bei der shakespeare company ja fast nicht anders gewohnt. Erik Roßbander ist ein eindringlicher Macbeth: ehrgeizig, bösartig, trotzig und wie von Furien getrieben. Janina Zamani gibt der Lady hintergründige, gefährliche Züge. Frank Auerbach ist als Hexe eine gespenstische Figur mit besonderer Ausstrahlung, Christian Bergmann ein machtbewusster König Duncan und ein aufbrausender Macduff, Sandro Costantini ein rechtschaffener Banquo (und Pförtner), und Michael Meyer gibt so unterschiedliche Rollen wie Donalbain, Rosse und Siward nachhaltiges Profil.
Nordwestradio


Wie kaum anders zu erwarten, präsentierten sich die Mitglieder der bremer shakespeare company auch in diesem Theaterstück in blendender Verfassung.
Das Publikum war mehr als entzückt von den überzeugenden schauspielerischen Leistungen der Darsteller.
Sonntagsjournal der Zevener Zeitung


Roßbander und Zamani stellen den Gemütswandel ihrer Charaktere überzeugend dar, Und auch sonst stimmte alles bei der Inszenierung. Das Auftauchen der Schicksalsschwester wurde gut gelöst. Frank Auerbach spielte das seltsame Wesen, das wie eine Projektion immer wieder auf der Bühne auftauchte. Für Lacher in der sonst gewalttätigen Tragödie sorgte der Pförtner (Sandro Costantini). Die komischen Einlagen nahmen die Zuschauer, die während der ganzen Aufführung mucksmäuschenstill waren, dankbar an. Nach zwei Stunden ohne Pause – diese hätte die Inszenierung auch nur gestört – brach ein lang anhaltender Applaus aus.
Bremer Anzeiger


Großartig: Die Inszenierung von Jörg Steinberg schuf in nackter, vorwiegend schwarzer Kulisse eine düstere Atmosphäre, angefüllt mit Gewalt, Machtgier und bösem Zauber. Erik Roßbandr gelingt es, Macbeth nicht einfach nur blutrünstig-mörderisch, sondern menschlich dastehen zu lassen. Einmal gefangen in der Spirale aus Schuld , Angst und Machtgier, kann er seinem Schicksal nicht entkommen. Herausragend Frank Auerbach als gruselig-geile und geheimnisvoll-böse Hexe. Insgesamt eine gelungene Inszenierung.
Weser-Report


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