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Zum Stück

Übersetzung: Rainer Iwersen.
Regie: Carolin Pienkos.
Ausstattung: Uschi
Leinhäuser, Heike Neugebauer

Mit: Tobias Dürr, Gunnar Haberland, Svea Meiken Auerbach, Erik Roßbander, Petra-Janina Schultz, Markus Seuß, Janina Zamani.

Herzog Frederick hat seinen Bruder, den rechtmäßigen Herzog Senior, vor Jahren vertrieben. Der Verbannte hat sich mit einer Reihe getreuer Edelleute in den Ardenner Wald zurückgezogen. Auch der junge Orlando muss in Wald fliehen, als er in Ungnade fällt und ihm auch sein eigener Bruder Oliver nach dem Erbe und dem Leben trachtet. Rosalind, die Tochter des verbannten Herzogs Senior hat sich in Orlando verliebt und folgt ihm unbemerkt. Als Knabe verkleidet nennt sie sich fortan Ganymed. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Celia und dem Narren Touchstone. Rosalind, Celia und Touchstone lassen sich in einer Schäferei nieder.Orlando, seinerseits für Rosalind entflammt, hängt an sämtliche Bäume des Ardenner Walds schmachtende Liebesgedichte, doch als sie ihm ihrer Verkleidung als Ganymed begegnet, erkennt er sie nicht. Dagegen sorgt Rosalind alias Ganymed für Liebesverwirrung bei einem Schäferpaar, Silvius und Phebe, denn Phebe vergafft sich prompt in den hübschen „Knaben“. Bis Rosalind und Orlando als Paar zusammenfinden, haben sie einige Lektionen in Selbsterkenntnis zu lernen. Celia findet ihr Glück mit Oliver, der sich zum Besseren bekehrt hat und der ebenfalls geläuterte Frederick gibt die Herrschaft an seinen Bruder zurück. Die Paare können endlich Hochzeit feiern und Frederick zieht sich als Einsiedler in den Wald zurück.

Der Wald besetzt in “Wie es euch gefällt” den Ort der Utopie. Dabei ist dieser Ort nicht per se die Verwirklichung der idealen Welt oder der idealen Gesellschaft. Mit der Aufhebung der herkömmlichen Standes- und Geschlechterrollen müssen die Akteure selbst ihre Möglichkeiten und Ziele definieren, finden und entwickeln . Die Verwirklichung eines Ideals verlangt Selbsterkenntnis und Eigenverantwortung. Oder ist die Entwicklung unserer Zivilisation eine Illusion? – Dieser Frage geht die Inszenierung von Regisseurin Carolin Pienkos nach.

Trailer


Pressestimmen

Ein großes Spiel um Liebe und Überwindung von Entfremdung. Die Klarheit wurde den vier auf unterschiedlichen Wegen sich findenden Paaren erst am Schluss zuteil.
Westfalen Blatt

Die Themen, um die es geht, sind zeitlos. William Shakespeare Komödie „Wie es euch gefällt“ ist ein Spiel um Geschlechtertausch und Identitäten. Es geht um Erbstreitigkeiten, Bruderhass uns Ideale ebenso wie um die Liebe mit ihren Irrungen und Wirrungen. Unentwirrbar das Ganze? Keineswegs. In den beiden letzten Akten lösen sich die Knoten humorvoll auf. Jeder Topf bekommt seinen Deckel. Höchstes Lob gebührt dem siebenköpfigen Ensemble, dem es scheinbar schwerelos gelingt, 20 Rollen zu bedienen und in jeder Haut authentisch zu sein. Viel Beifall.
Die Glocke, Gütersloh

Es passt alles zusammen in Carolin Pienkos Inszenierung: stimmige Aktualisierungen, überzeugende darstellerische Leistungen und nette Slapsticks.
Kreiszeitung

Die Bösen am Hof, die Guten im Wald. Die Outlaw-Gesellschaft fristet im Wald ein freundliches, aber eher frierendes und hungerndes Dasein, bis die Liebesverse, die Orlando an Rosalind gerichtet in die Bäume schnitzt, Bewegung in die Geschichte bringen. Zwar vergeht Rosalind selbst vor Hingabe, doch Shakespeare lässt sie erst einmal über das Wesen der Liebe an sich philosophieren und Orlando auf einige Proben stellen. Und das treibt der Dichter so weit, dass der ungeduldige Theaterbesucher Rosalind die Mütze am liebsten eigenhändig vom Kopf reißen würde, auf dass Orlando sie endlich erkenne. „Wie es euch gefällt“ lebt vor allem von der charmanten und präsenten Leistung Susanne Plassmanns als Rosalind.
Weser-Report

Mit Witz und Charme lässt Regisseurin Carolin Pienkos das Ensemble durch die shakespeare-typischen Wirrungen auf der Bühne agieren. Das Bühnenbild ist erfrischend minimalistisch gehalten und beschränkt sich auf einen hohen, weißen Lattenzaun, der sowohl den Hof des Herzogs Frederick als auch den Ardenner Wald darstellt. Die Regisseurin „entheitert“ Shakespeare, indem sie die Charaktere eher tragisch darstellt. Der zweite Teil ist erlösend lebhaft und humorvoll. Vor allem Tobias Dürr als Orlando und Susanne Plassmann (Rosalind) laufen zu großer Form auf.
Bremer Anzeiger

Regisseurin Pienkos hat sich bei der Verwechslungskomödie auf die dunkle Seite der Geschichte eingeschossen und das Fröhlich-Unbeschwerte, das darin durchaus angelegt ist, in den Hintergrund gerückt. Shakespeare hat so manche Geschichte als Rahmenhandlung erfunden. Vieles davon hat die Regisseurin aufs Elementare gekürzt. Doch 20 Figuren (gespielt von sieben Schauspielern)) zu bedienen ist auch nicht ohne. Womit wir beim dynamisch agierenden Ensemble wären, was gewieft alle Wandlungen vollzieht, von denen besonders Sandro Costantini als Gangster, Charles und Narr sowei Janina Zamani als abgewrackte Phebe für erlösend heitere Momente sorgen. Eine Komödie ja, aber mit Tücken.
Weserkurier

Viel Applaus am Leibnizplatz zur Premiere der turbulenten Komödie. Das Spiel mit Verwechslungen und Geschlechterrollen treibt Shakespeare in dieser frühen Komödie besonders derbe. Carolin Pienkos liefert mit ihrer ersten Regiearbeit in Bremen einen ansprechenden Einstand am Haus. Verlassen kann sie sich auf das bestens eingespielte Ensemble. Shakespeare ganz exzellent und komödiantisch perfekt dargeboten.
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