Zwei Herren aus Verona

von William Shakespeare

Übersetzung: Maik Hamburger Bearbeitung und Regie: Thomas Weber-Schallauer Ausstattung: Heike Neugebauer

Mit: Sandro Costantini, Tobias Dürr, Christoph Jacobi, Peter Lüchinger, Susanne Plassmann, Petra-Janina Schultz

Die “Zwei Herren aus Verona” sind die Freunde Valentin und Proteus. Valentin geht nach Mailand, wo er sich in Silvia, die Tochter des Herzogs verliebt.
Aber auch Proteus verliebt sich in Silvia, nachdem er Verona auf Geheiß seines Vaters verlassen hat. Er vergisst seine Geliebte Julia und reiht sich in die Bewerber um Silvia ein.
Um seine Chance zu vergrößern, verrät er sogar dem Herzog Valentins Plan, Silvia zu entführen.
Der Herzog verbannt Valentin aus Mailand. Aber für Proteus steht es trotzdem nicht gut, denn Silvia bezichtigt ihn nun des Doppelverrats: An seiner Liebe zu Julia und an seiner Freundschaft mit Valentin. Liebesideale und Treueschwüre im harten Praxistest; individueller Glücksanspruch auf Kollisionskurs mit überkommenen Wertemaßstäben in einer Welt zwischen höfischer Intrige und Räuberromantik.
Doch zum Schluss gibt es ein Happy-End, trotz einiger Unannehmlichkeiten und Verwicklungen. Und mittendrin die zwei Diener der beiden Herren, der scharfzüngige Speed und der Ironiker Lance, der ein besonderes Verhältnis zu seinem Hund Crab pflegt.


William Shakespeares Frühwerk „Zwei Herren aus Verona“ wird gemeinhin als kleine Liebeskomödie eingestuft. Das wenig gespielte Stück hat auf den zweiten Blick wohl mehr zu bieten, als allein das Thema Liebe. …Mögen die späteren Stücke Shakespeares auch virtuoser gestrickt sein, so beinhaltet dieses Frühwerk doch schon alles, was man vom Meister kennt. Ekstasen, Verzweiflung, Liebe, Verrat, Entführung, Flucht und Mord. Dazu bietet es in der Übersetzung von Maik Hamburger einen großen Sprachwitz und wunderschöne poetische Reime. In seiner Fülle ist das alles in der Bremer Inszenierung in einer Linie unterhaltsam. Dabei überzeugt vor allem die Spielfreude des sechsköpfigen Ensembles. Peter Lüchinger zelebriert als stoisch im Schweizer Akzent sprechender Diener Lanz beinahe eine kabarettistische Glanznummer. Als weibliches Pendant steht im Fräulein Schnell (Petra-Janina Schultz als nervös-schrille junge Dame) in nichts nach.
Diabolo

Was ist Freundschaft? Was ist Liebe? Wie kann es sein, dass das eine aufhört, wenn das andere ins Spiel kommt und was ist wichtiger? Fragen, die das neue Stück der shakespeare company „Zwei Herren aus Verona“ nicht beantworten kann und will, die es aber in einer herrlich charmanten Inszenierung aufwirft. Mit viel Witz und Humor (ohne, dass dabei der ernsthafte Ansatz Shakespeares vergessen wird) kommt es hier auf der Bühne zu einem verbalen Schlagabtausch, der einfach Laune macht.
Weser Report

Zwei beste Kumpels - Proteus (Christoph Jacobi) und Valentin (Sandro Costantini) - verlieben sich in Silvia (Susanne Plassmann), die Tochter des Mailänder Herzogs. Proteus bricht seine Treue - und Liebesschwüre gegenüber Julia (Petar-Janina Schultz), intrigiert gegen seine Freund Valentin, um ihn aus dem Weg zu schaffen und fast vergewaltigt er sogar sein Objekt der Begierde. Trotzdem kommt es - zumindest bei William Shakespeare - zu einem überraschend abrupten Happy End. Die Bremer Theatermacher stellen dieses sympathischer Weise in ihrer Inszenierung in Frage. Damit entlarven sie das Ideal einer „alles überwindenen Liebe“ als verlogene Floskel. … Die Schauspieler sind durchweg sehr gut aufgelegt und bedienen nach typischer Company-Manier - sprich: schnelle Rollenwechsel - die hier überwiegend komischen Elemente erfrischend spritzig. …Durch den Einsatz von bizarren Puppen in den Räuberszenen wird auch der experimentelle Gestus auf durchaus angenehme Weise bedient.
Bremer Anzeiger/Nordwestzeitung

Wie Heine lässt auch Shakespeare in seiner Komödie „Zwei Herren aus Verona“ einen Jüngling ein Mädchen lieben, dass ihn nicht wieder liebt. in der bremer shakespeare company hat Thomas Weber-Schallauer diese selten gespielte Komödie ebenso klug beobachtend wie luftig burlesk inszeniert. … Aus Spaß wird Ernst, aus den zu Anfang übermütig herum albernden, verliebten Veroneser Jungs werden erbitterte Rivalen. … Es ist eine glänzende schauspielerische Leistung von Christoph Jacobi und Petra-Janina Schultz, auf deren Gesichtern das Wechselbad des Liebeswahns irrlichternde Gefühlsspuren hinterlässt. So fällt Petra-Janina Schultz aus allen rosaroten Wolken des Verliebtseins ins absolute Nichts. Das etwas konstruiert wirkende glückliche Ende lässt dann auch wie bei Mozarts „Cosi fan tutte“ viele Fragen unbeantwortet. Aber „cosi è la vita“, so ist eben das Leben. Zum Ende rehabilitiert der Herzog von Mailand seinen zuvor ungeliebten und deshalb verbannten Schwiegersohn in spe, der unter die edlen Räuber gefallen war, und schlägt ihn zum Ritter.
Weser Kurier


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