Verlorene Liebesmüh

von William Shakespeare

2:30 mit Pause

Übersetzung: Maik Hamburger
Regie: Thomas Weber-Schallauer
Bühne und Kostüme: Heike Neugebauer
Musik: Felix Elsner / Ezzat Nashashibi

Mit: Tim Lee, Erik Roßbander, Markus Seuß, Thomas Ziesch

Vier Männer – ein Schwur! Prinz Ferdinand von Navarra und drei seiner Höflinge wollen sich drei Jahre lang nur geistigen Studien widmen und vor allem die Frauen meiden. Doch plötzlich naht die Verführung pur in Gestalt vier höchst reizvoller Damen - Traum und Albtraum zugleich!

Thomas Weber-Schallauer inszeniert die Komödie William Shakespeares als elisabethanische Container-Show. Darin entblößt sich jede Figur auf ihre Weise: affektiert und überraschend weise, mal derb, mal von berührender Schönheit, verrückt und empfindsam, musikalisch und albern, lächerlich und zärtlich. Die Charaktere leben ganz von und in der Sprache William Shakespeares, die durch Wortwitz und Imaginationsreichtum besticht.

Trailer


Pressestimmen

Vier Männer turteln mit vier Frauen. Drumherum organisieren ein paar Hofschranzen, Musikanten und anderes Botenpersonal die dazugehörigen Liebeswallungen. Wie viele Leute braucht man eigentlich, um ein derart ausgerüstetes Theaterstück aufzuführen? Bei der Bremer Shakespeare Company reichen vier ganze Kerle aus, um den gesamten Liebeszauber von William Shakespeares “Verlorene Liebesmüh” herzustellen. Denn in der Inszenierung von Thomas Weber-Schallauer gelingt dem Männer-Ensemble manche Frauenrolle sogar sehr viel besser, als die vergleichsweise klamottigen Hosenrollen.
Für das Publikum zur Entstehungszeit (1598) muss dieses Stück eine höchst dringliche Verhandlung von gesellschaftlichen Sexualnormen dargestellt haben. Shakespeares Story weist zudem noch eine besondere Gemeinheit auf, indem sie die Keuschheitsschwüre zunächst als eine unmenschliche Widernatürlichkeit entlarvt. Doch dann, im zweiten Abschnitt, werden Untreue und Wankelmut der männlichen Liebenden plötzlich angeprangert - und zu ihrer Bestrafung wiederum klösterliche Enthaltsamkeit eingefordert. So eiert das bei Shakespeare hin und her, und es zählt zu den Qualitäten der Company-Aufführung, dass diese Pendelbewegung auch mit verringertem Personaleinsatz ordentlich ins Schwingen kommt. So gibt es an diesem Abend all den Klamauk, all die Songs, die Showeinlagen zu erleben, die den typischen Company-Stil ausmachen. Zudem setzt die Regie einige gekonnte Verlangsamungen des Tempos ein. Beispielsweise wenn die großen Liebes-Sonette in absolute Stille hinein gesprochen werden. Angesichts der Schönheit von Shakespeares Sprache funktionieren dann kleine Gesten, schon ein Schulterzucken reicht. In erster Linie amüsiert der Abend aber durch seine fulminante Logistik bei der Organisation der Doppelrollen. Verlorenen ist diese Mühe also mitnichten. Ein Abend für Frauen-Versteher - und solche, die es werden wollen.
Weserkurier


Was erwartete das Publikum? Nun, zunächst einmal eine große Show, wie Glitzersakkos, Sonnenbrillen und Revueklänge zum Auftakt offenbarten. Die Geschichte des Königs von Navarra (Thomas Ziesch) und seiner Gefolgsleute Longaville (Tim D. Lee), Dumain (Markus Seuß) und Berowne (Erik Roßbander), die sich für drei Jahre lang einzig dem Studium und keinesfalls den Frauen widmen wollen, wird im Laufe des Abends natürlich ad absurdum geführt. Die Entsagung scheitert gnadenlos.
Thomas Weber-Schallauer lässt seine vier Akteure nicht nur die sehnsüchtigen Männer, sondern auch die liebreizenden Frauen spielen. Eine herrliche Maskerade, die er treffend in einer Theatermaske ansiedelt (Bühne und Kostüme: Heike Neugebauer).
Dieser flotte, nicht selten höchst komische Wechsel sowie der gewohnte wortgewaltige Schlagabtausch über die Liebe und etliche inszenierte Verwechslungen unterhalten das Publikum über weite Strecken. Und doch kann es über einige Längen und Unstimmigkeiten nicht hinwegtäuschen. Weber-Schallauer lässt die Charaktere ihre Eigenheiten entspinnen (besonders typenhaft Markus Seuß als rassiger Don Adriano) und verliert sich dabei immer wieder in irreführenden Details.
Dennoch, um die Gunst des treuen (Fan)Publikums bemühte sich das Ensemble nicht umsonst. Viel Applaus.
Kreiszeitung


Thomas Weber-Schallauer lässt seine vier Akteure nicht nur die sehnsüchtigen Männer, sondern auch die liebreizenden Frauen spielen. Eine herrliche Maskerade.
Bild


Wer hat behauptet, dass Männer nicht auch grazil in Pumps stöckeln, schmollend an Locken drehen und mit einem Augenaufschlag verführen können? Thomas Weber-Schallauers Inszenierung setzt dem Verwandlungsdrang der Shakespearianer die Krone auf. Nicht nur, dass die vier Schauspieler in vielen Rollen brillieren, der Zuschauer bekommt auch die Möglichkeit, dem rasanten Geschlechtertausch genüsslich zuzusehen. Der unterhaltsame Rollentausch kam beim Premierenpublikum sehr gut an.
Weser-Report


Vier Männer spielen vier Männer. Und vier Frauen. Und noch ein paar Nebenfiguren. Das bedeutet nicht nur einen Ausflug in die Welt der Travestie, sondern auch einen organisatorischen und schauspielerischen Kraftakt. Dass die bremer shakespeare company solche Herausforderung nicht nur gern annimmt, sondern auch zu bewältigen versteht, ist bekannt. Die eher schlicht gestrickte Story der Komödie um ein zentrales Thema, die Verführbarkeit des Mannes, macht Shakespeare durch ein Feuerwerk an Sprachwitz wett.
Das Publikum war am Ende restlos begeistert.
Bremer Anzeiger


Der Regisseur kann sich auf die immer wieder beeindruckende Fähigkeit der shakespeare-company-Schauspieler verlassen, in kürzester Zeit in eine Vielzahl von Rollen zu schlüpfen, ohne die Konturen der Figuren zu verwischen. Das Stück lebt von der Sprache, von Pointen, Timing.
Das sprachliche Feuerwerk, das Shakespeare (und Übersetzer Maik Hamburger) hier zünden, ist gespickt mit oft gnadenlosen Wortspielen, garniert mit Anzüglichkeiten, und malt genüsslich die Komödie aus. Das bietet dem Ensemble viel Raum, sich komödiantisch auszuleben, und der Ausstattung (Heike Neugebauer) viel Gelegenheit für knallbunte Kostüme. Das Publikum war begeistert.
taz, Bremen


Regisseur Thomas Weber-Schallauer lässt sämtliche Rollen von nur vier männlichen Schauspielern spielen, er arbeitet mit Showelementen, mit Musik, Tanz, Maskerade und Slapstick. Die Schauspieler meistern die Aufgabe mit Bravour. Ein großer Spaß!
Nordwestradio


Will man „Verlorene Liebesmüh“ einem heutigen Publikum präsentieren, bedarf es einer aktuellen Übersetzung und einer schlüssigen Idee für deren Umsetzung. Für ihre Produktion hat die bremer shakespeare company beides gefunden – zum großen Vergnügen des Publikums, das die Premiere im Theater am Leibnizplatz mit anhaltendem Jubel und großem Beifall honorierte. Shakespeares Fest der Sprache findet hier eine überzeugende deutsche Entsprechung, changierend zwischen Kalauer und Tiefsinn, Lyrik und höherem Blödsinn. Alle Rollen werden von vier Schauspielern verkörpert, die sich an vier auf der Bühne stehenden Garderoben-Plätzen verwandeln. Für jede ihrer Figuren finden die vier, am Keyboard stimmig begleitet von Felix Elsner, eine überzeugende Haltung. Entscheidend ist aber, wie diese großen Komödianten miteinander und mit ihren Geschlechter-übergreifenden Rollen spielen, sind ihre schlagfertigen Wort-Gefechte, die vielen witzigen, aber nie künstlich aufgemotzten Details, ihr Gespür für Timing, Musikalität und ihre nie überbordende, aber immer spürbare Spiellust.
Eine wunderbare zeitgenössische Umsetzung des eher spröden Stücks, eine „Stunde der Komödianten“, die vom Publikum anhaltend und begeistert gefeiert wurde. Also statt „verlorener Liebesmüh“ um ein schwieriges Stück ein wundervoller, überzeugender Theaterabend, der jeden noch so weiten Weg nach Bremen wert ist.
Cuxhavener Nachrichten


Der Clou dieser Inszenierung, die zunächst wie eine Show beginnt, ist das nur aus Männern bestehende vierköpfige Ensemble. Das bedeutet, dass auch die vier Damen von Männern gespielt werden. So beschert uns diese Entscheidung zum einen vier höchstamüsante Frauentypen mit stachlig-dünnen Beinen, zum anderen erscheinen die Frauenfiguren wie die verbildlichte bessere Hälfte eines jeden Mannes. In diesem Rollenspiel entlarven sich die Stereotypen um unsere Geschlechter beinahe von allein. Herausragend zeigt sich dabei Markus Seuß, der in seinem Rollen vor allem mit körperlicher Präzision überzeugte.
Spielfreude und Rollenwechsel bleiben wieder mal die faszinierendste Leistung dieser neuen Inszenierung der bremer shakespeare company.
Diabolo


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