Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Übersetzung: Elmar Topphoven.
Regie: Thomas Weber-Schallauer.
Ausstattung: Heike Neugebauer.
Mit: Frank Auerbach, Manni Laudenbach, Tim Lee, Peter Lüchinger, Erik Roßbander.

wenn…
wenn Männer ohne Biographie und sozialen Hintergrund an einem Ort ohne nähere Angabe als “Landstraße. Ein Baum” sich versammeln um zu reden, um sich selbst und einander zu erklären mit einer Sprache, die als Mittel der Kommunikation permanent versagt und am besten funktioniert, wenn sie sich selbst beim Wort nimmt - wenn diese Männer ihr Warten auf eine ominöse Person namens Godot, welche angeblich Rettung und Erlösung verheißt, mit repetitiven, zyklischen Strukturen Sinn geben und mit Bedeutung aufladen - wenn die Denker postmoderner Theorien eine sich rasant verändernde Welt, und damit verbundener Lebensumstände konstatieren - wenn Menschen zunehmend ihre Bezugssysteme abhanden kommen, ihre Verortung, biographische Anbindung, moralische Wertmaßstäbe revidieren müssen um im Rennen zu bleiben auf ein nie erreichbares Ziel zu - …passt das jetzt alles nur zufällig zusammen, in einer pos modernen Welt der unbegrenzten Interpretations-Möglichkeiten ?

(Thomas Weber-Schallauer)


Pressestimmen

Regisseur Thomas Weber-Schallauer hat der paradoxen Komik viel Raum gegeben. Und das ganz offensichtlich zur Freude seines Ensembles. Die Herren Roßbander und Lüchinger sind ein eingespieltes Komödiantenteam, das den Figuren das rechte Maß an Komik und Ernsthaftigkeit einflößt. Frank Auerbach gibt feist den Pozzo, Rudolph Höhn sich geschlagen als Sklave Lucky und Manfred Laudenbach dem Jungen eine fast irritierende Präsenz. Das Publikum nimmt all dies dankend an angesichts der fordernden Dia- und Monologe. «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden», soll Beckett einmal seine absurden Texte kommentiert haben. Regisseur Weber-Schallauer bleibt ihm konsequent treu (einzig in der letzten Szene erlaubt er sich eine Nuance, die von der Vorlage abweicht). In der Ausstattung (Heike Neugebauer) wird zum Glück auf einen modernen Anstrich verzichtet. Es zeigt sich, wie sich Kunst befruchten kann.
Die shakespeare company erspielt gekonnt neue Räume, die Kunsthalle eröffnet sicheren Fußes neues Terrain – mehr davon!
Weserkurier


Der Klassiker von Samuel Beckett wirft auch heute noch Fragen auf. Wenn noch nicht einmal der Autor weiß, wer Godot ist («Wenn ich es wüsste, hätte ich es niedergeschrieben»), warum fasziniert dieses Theaterstück immer wieder aufs Neue? Die Antwort ergibt sich von allein, wenn man Peter Lüchinger und Erik Roßbander als Wladimir und Estragon auf der karg eingerichteten Bühne erlebt. Das Sprechen als Zeitvertreib, und da auf tragikkomische Art und Weise, ist Lüchinger und Roßbander wahrlich gelungen. Selbst die zwei Stunden Aufführung ohne Pause fallen nicht schwer. Und am Ende des Stückes herrscht Stille, und das Publkum wartet – um dann in einen großen Applaus auszubrechen.
Bremer Anzeiger


Grandioser Godot… grandios gespielt von Peter Lüchinger und Erik Roßbander.
Realität und Fiktion verwischen, was ist wahr, was ist tatsächlich passiert, und was tun wir eigentlich hier? – Ach ja, warten auf Godot.
Empfehlenswert!
Weser-Report


Die bremer shakespeare company sorgt mit der punktgenauen, temporeichen Regiearbeit von Thomas Weber-Schallauer wieder einmal für einen furiosen Theaterabend, der vor allem von den beiden Hauptdarstellern in jeder Sekunde spannend und unterhaltsam gehalten wurde. Erik Roßbander als Estragon und Peter Lüchinger als sprachgewandter Wladimir spielten sich die Bälle brillant zu. Wie ein altes Ehepaar zickten sie miteinander und brauchten sich doch gegenseitig; bodenständiger und kumpelhaft der eine (Estragon), etwas distinguierter und intellektueller der andere. Die Balance zwischen Komik und erschütternder Vereinsamung wurde sinnfällig herausgespielt. Das Warten in Bremen hat sich gelohnt.
Zevener Zeitung


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