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Die „philosophische Farce“ (M. Martinelli) behandelt das ambivalente Verhältnis zwischen Europäern und Afrikanern. Voll anarchischer Komik, politisch aktuell und hochmusikalisch.

Freude an theatralischer Fantastik, Wiederbelebung der Figuren der Commedia dell’Arte und Anspielungen auf das ambivalente Verhältnis zwischen Europäern und Afrikanern. Marco Martinelli, Leiter des Teatro delle Albe in Ravenna, inszeniert die „philosophische Farce“ nach „Wassergeräusch“ (November 2014) wiederum selbst als weitere deutsche Erstaufführung an der bremer shakespeare company.
Theresa Rose spielt darin eine Halbgott-ähnliche Chimäre - teils Esel teils Mensch, teils Mann teils Frau - die in einer schäbigen Wohnung am Stadtrand mit drei afrikanischen Einwanderern lebt. Dieses Wesen weckt die Begehrlichkeit eines Mannes in einem kastenartigen Anzug, er will aus der Vermarktung dieser einzigartigen Erscheinung in einer Freakshow Gewinn schlagen.

Michael Meyer spielt diesen Geschäftsmann als skrupellosen Erzkapitalisten. Doch ihre drei Mitbewohner, von den drei Musikern Kofi Mawuna Agbadohu, Jean-Baptiste Gama und Amandin Koue verkörpert, entführen ihn in einen Albtraum, der seine Welt auf den Kopf stellt und seine alten Gewissheiten erschüttert – ähnlich wie es dem Handwerker Zettel in Shakespeares „Sommernachtstraum“ widerfährt. Das ist hochmusikalisch und von anarchischer Komik.

Marco Martinelli verwebt in „Sind wir Esel oder Pedanten?“ politische Aktualität mit einer poetischen und fantasievollen Bildsprache zu einem unterhaltenden Abend. Und er gibt dem Zuschauer eine Frage mit den Weg: „Mit welcher Grundhaltung wollen wir durchs Leben gehen und unseren Mitmenschen begegnen?“