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Zum Stück

Triumph des Scheiterns – Estragon: Ich bin unglücklich. – Wladimir: Nicht möglich! Seit wann? – Estragon: Ich habe es vergessen. – Paradox und komisch: Mit dem Drama »Warten auf Godot« wollte Samuel Beckett gegen die Frustration anschreiben, als Romancier gescheitert zu sein. Das Drama war auf der Bühne sofort ein großer Erfolg. Ausgerechnet ein Stück über das Scheitern als existentiellen Zustand, als condition humaine, bringt seinem Autor den herbeigesehnten Durchbruch! In der Inszenierung ist das Zentrum des Stückes nicht etwa Godot, sondern das Warten. Warten als vorweggenommenes Scheitern von Handlung. Doch ist das Scheitern kein tragisches, lebensveränderndes Ereignis, sondern eine Existenzform, die zwischen Pathos und Lächerlichkeit changiert. Godot ist eine Projektion, die diese Existenz des Wartens erträglich macht. Das Warten wird mit Sprechen gefüllt. Das Sprechen erzeugt das Spiel. Beides, Sprechen und Spiel, kreisen unendlich um sich selbst. Das Stück saugt die unterschiedlichsten Deutungsversuche und Wertungsetikettierungen in sich auf und bleibt doch vor allem eines: eine geballte Ladung Theater!


Pressestimmen

Regisseur Thomas Weber-Schallauer hat der paradoxen Komik viel Raum gegeben. Und das ganz offensichtlich zur Freude seines Ensembles. Die Herren Roßbander und Lüchinger sind ein eingespieltes Komödiantenteam, das den Figuren das rechte Maß an Komik und Ernsthaftigkeit einflößt. Frank Auerbach gibt feist den Pozzo, Rudolph Höhn sich geschlagen als Sklave Lucky und Manfred Laudenbach dem Jungen eine fast irritierende Präsenz. Das Publikum nimmt all dies dankend an angesichts der fordernden Dia- und Monologe. «Es ist wurscht, ob das jemand versteht, aber es muss gesagt werden», soll Beckett einmal seine absurden Texte kommentiert haben. Regisseur Weber-Schallauer bleibt ihm konsequent treu (einzig in der letzten Szene erlaubt er sich eine Nuance, die von der Vorlage abweicht). In der Ausstattung (Heike Neugebauer) wird zum Glück auf einen modernen Anstrich verzichtet. Es zeigt sich, wie sich Kunst befruchten kann.
Die shakespeare company erspielt gekonnt neue Räume, die Kunsthalle eröffnet sicheren Fußes neues Terrain – mehr davon!
Weserkurier


Der Klassiker von Samuel Beckett wirft auch heute noch Fragen auf. Wenn noch nicht einmal der Autor weiß, wer Godot ist («Wenn ich es wüsste, hätte ich es niedergeschrieben»), warum fasziniert dieses Theaterstück immer wieder aufs Neue? Die Antwort ergibt sich von allein, wenn man Peter Lüchinger und Erik Roßbander als Wladimir und Estragon auf der karg eingerichteten Bühne erlebt. Das Sprechen als Zeitvertreib, und da auf tragikkomische Art und Weise, ist Lüchinger und Roßbander wahrlich gelungen. Selbst die zwei Stunden Aufführung ohne Pause fallen nicht schwer. Und am Ende des Stückes herrscht Stille, und das Publkum wartet – um dann in einen großen Applaus auszubrechen.
Bremer Anzeiger


Grandioser Godot… grandios gespielt von Peter Lüchinger und Erik Roßbander.
Realität und Fiktion verwischen, was ist wahr, was ist tatsächlich passiert, und was tun wir eigentlich hier? – Ach ja, warten auf Godot.
Empfehlenswert!
Weser-Report


Die bremer shakespeare company sorgt mit der punktgenauen, temporeichen Regiearbeit von Thomas Weber-Schallauer wieder einmal für einen furiosen Theaterabend, der vor allem von den beiden Hauptdarstellern in jeder Sekunde spannend und unterhaltsam gehalten wurde. Erik Roßbander als Estragon und Peter Lüchinger als sprachgewandter Wladimir spielten sich die Bälle brillant zu. Wie ein altes Ehepaar zickten sie miteinander und brauchten sich doch gegenseitig; bodenständiger und kumpelhaft der eine (Estragon), etwas distinguierter und intellektueller der andere. Die Balance zwischen Komik und erschütternder Vereinsamung wurde sinnfällig herausgespielt. Das Warten in Bremen hat sich gelohnt.
Zevener Zeitung