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Szenische Lesung aus der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“. Kooperation bremer shakespeare company und Universität Bremen, FB Geschichtswissenschaft.

Die Entnazifizierungsverfahren haben die Entwicklung der frühen Bundesrepublik und den Umgang mit dem Nationalsozialismus nach 1945 stark beeinflusst. Die Kontinuität der bürgerlichen Elite vom NS-Staat in die Bundesrepublik Deutschland ist immer wieder Gegenstand öffentlicher und kontroverser Debatten, jedoch werden in der Forschung zur Entnazifizierung Frauen bis jetzt wenig berücksichtigt. Frauen öffneten sich vielfältige Handlungsräume im „Dritten Reich“ und vor allem im Zweiten Weltkrieg; sie nutzten diese und die damit verbundene Macht unterschiedlich. Wie erklärten und verteidigten Frauen ihr Handeln vor den Spruchkammern und wie wurden ihre Aktivitäten bewertet? Welche geschlechtsspezifischen Zuschreibungen spielten in den Verhandlungen eine Rolle? An den verschiedenen Lebenswegen dieser Frauen wird „ganz normaler“ Alltag im Nationalsozialismus sichtbar sowie dessen Funktionieren unterhalb der Schalthebel der Macht.