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“Was ihr wollt” spielt in Illyrien und das liegt ganz nah an Illusien, dem Land der Täuschungen, Einbildungen und des bösen Spiels, in dem alle Rollen vertauscht sind ist. Das entspricht – was die Frauenrollen angeht – der Tradition des elisabethanischen Theaters, in dem jugendliche „boy actors“ die weiblichen Rollen spielten, auf alle Figuren übertragen wird die normative Kraft von Rollenzuschreibungen deutlich und ein turbulentes Spiel von Erwartungen und Projektionen beginnt, das vor dem Hintergrund von Genderung, Selbstbestimmung und Selbstdesign einer zunehmend narzisstisch auf sich selbst fokussierten Gesellschaft jede gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Kategorie zur Disposition stellt.

Shakespeare führt in seiner 1601 entstandenen Komödie exemplarisch vor, wie das nicht funktioniert: Je entschiedener die Anstrengung ein/e Andere/r zu sein, um so zielsicherer das Scheitern, um so größer der Spaß/die Komik für den Zuschaux, denn die Vergeschlechtlichung macht selbstredend auch vor der Sprache nicht halt: „Wex bin ich?“