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Beim Sorgentelefon e.V. kreuzen sich die Lebenswege jener Menschen, die von ihren Nöten sprechen mit denen, die ihnen zuhören - und deren Gedanken und Nöte in ihr Hören einfließen. Da sind z.B. die Theologiestudentin Rieke, die sich bei Sorgentelefon e. V. auf die Gemeindearbeit vorbereitet und Matthias, der auf dem Bau arbeitet, der erst beim Zuhören merkt, wie groß sein eigener Schmerz ist. Dann ist da Wanda, die für ein DDR-Museum Gegenstände sammelt, die niemand mehr braucht, aber: »Das Gestern will im Heute nicht aufhören zu sprechen.« Der pensionierte Radioredakteur Lorentz, die traurige Buchhalterin Marianne und die 80-jährige heitere Ich-Erzählerin von Schrey, die nicht weiß, ob sie eine verhinderte Pianistin oder eine verhinderte Terroristin ist, gehören ebenfalls in die Sorgentelefon-Gruppe. So unterschiedlich sie sind - ihr Zuhören kann den Anrufenden das Gefühl von Ausweglosigkeit nehmen. Die Biografien von Menschen an diesem und jenem Ende der Telefonleitung verweben sich und spinnen ein unsichtbares Netz zwischen Rand und Mitte der Gesellschaft.

In der Lesung von Judith Kuckarts neuem Roman leihen Ensemblemitglieder diesen Figuren ihre Stimmen. Judith Kuckart probt z.Z. Kommt ein Clown in ein Hotel an der bsc, Uraufführung ist am 3. März 2022.