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Eine hohe Kontingenz von Ereignissen bedeutet, dass alles, was ist, auch anders sein könnte. (Niklas Luhmann). Ein Schauspieler, ein jonglierender Clown auf Rollschuhen und zwei fliegende Artistinnen in einer engen Tonne erzählen eine kleine Geschichte über die Suche nach dem Denken. Das Bedenklichste in unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir noch nicht mit Denken angefangen haben, stellte Martin Heidegger seinerzeit fest. Aber da wir in unserer Zeit vor Herausforderungen und Veränderungen stehen, die des Denkens unbedingt bedürfen, wollen unsere Figuren einen Weg finden, um in das Denken zu gelangen. Denn alles könnte anders sein, wenn wir nur erst in der Lage wären, es anders zu denken. Die Suchenden begegnen Hindernissen, die das Denken erschweren und verunmöglichen: Regeln und Konventionen, Erwartungen und Meinungen, persönliche Befangenheiten und nicht zuletzt die Angst vor dem „Sprung in das Denken“, einem Sprung über eine Kluft ohne Brücke, vom gesicherten Grund der Wissenschaft in die riskante Unvorhersehbarkeit des freien Denkens. Wer könnte einen solchen Sprung wagen, wenn nicht Artistinnen? Sie können die Gravitation für Momente außer Kraft setzen wie der anarchische Clown die Regeln und Erwartungen. Mut zum Absprung und die Lust an der Schwerelosigkeit helfen ihnen, die abendländische Schwermut hinter sich zu lassen und in den Rausch des gemeinsamen Denkens einzutauchen.