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In der Nacht vom 5. Juli 2015, als die Griechen mit 63 Prozent „Oxi/Nein“ zur Troika-Politik sagten, erklärte Yanis Varoufakis gegenüber der Presse: Unser Nein ist ein majestätisches, großes Ja zu einem demokratischen Europa. Es ist ein Nein zu der düsteren Vision einer Eurozone, die wie ein eiserner Käfig für Europas Völker ist. Aber es ist ein lautes Ja zu einer Vision der Eurozone, die soziale Gerechtigkeit und gemeinsamen Wohlstand für alle Europäer verheißt. - Ein historischer Satz. Im Rückblick erscheint der Sieg des Establishments über die griechische Bevölkerung wie ein Pyrrhussieg. Vor allem Varoufakis hatte versucht, aus der europäischen Krise einen Ausweg zu weisen und wurde dafür verleumdet – nicht ohne politische Folgen: Nationalistische Bewegungen in Europa bekamen weiteren Auftrieb. Inzwischen hat Großbritannien der EU den Rücken gekehrt und in Italien versucht ein Bündnis mit rechtspopulistischer Schlagseite der Zwangsjacke der herrschenden europäisch-deutschen Agenda zu entfliehen. Brillant beschreibt Varoufakis in: „Die ganze Geschichte, meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment (Adults in the room)“ die Mechanismen der Macht innerhalb der EU. Dieses Ringen um eine demokratische und soziale Veränderung der europäischen Politik 2015 führt er wie eine antike Tragödie vor, deren mächtigste Figuren deutsche Politiker waren Die Auszüge aus Varoufakis Buch können einige Aspekte des Kampfes neu lebendig machen, den Griechenland gegen die vereinte Streitmacht der Europäischen Union, des IWF und nahezu der gesamten deutschen Presse führen musste.