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Käthe Popall (1907-1984) kam aus einer Bremer Arbeiterfamilie. 1929 trat sie in die KPD ein. Im März 1935 wurde sie zusammen mit Max Maddalena (1895-1943), Adolf Rembte (1902-1937) und Robert Stamm (1900-1937) in Berlin verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte Max Maddalena zu lebenslänglichem und Käthe Popall zu 12 Jahren Zuchthaus. Adolf Rembte und Robert Stamm wurden in Berlin–Plötzensee hingerichtet. Nach der Befreiung im Mai 1945 lief sie vom Frauenzuchthaus Jauer in Sachsen zu Fuß nach Bremen. Im Juli 1946 genehmigte die Militärregierung ihre Berufung zur ersten Senatorin Bremens. Im Senat war sie zuständig für Gesundheit, Wiedergutmachung und Flüchtlinge. In der Bürgerschaft hielt sie zu diesen Themen leidenschaftliche Reden. Januar 1948 wurde sie von Kaisen nicht wieder nominiert, da eine Kommunistin nicht mehr erwünscht war. Bis 1951 war sie als Abgeordnete der KPD in der Bürgerschaft.
Auch in der Bremer Frauenbewegung spielte sie eine wichtige Rolle. 1946 gründete sie zusammen mit Irmgard Enderle, Agnes Heineken und Anna Stiegler den Bremer Frauenausschuss, in dessen Vorstand sie bis 1951 aktiv war.

Zum Projekt »Aus den Akten auf die Bühne«: Szenische Lesungen bringen Akten zum Sprechen

Historische Akten können eine dröge Angelegenheit sein – doch nicht in der bremer shakespeare company. Die bundesweit einzigartigen Inszenierungen nehmen das Publikum anhand von persönlichen Schicksalen direkt mit in die Stimmungen und Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit. Themen wie Flucht, Migration, Schuld und Versagen, Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit oder Bremer Geschichte(n) erhalten durch die aussagekräftigen Dokumente und das eindrückliche Schauspiel eine erschütternde Nachdrücklichkeit in der Gegenwart.

Seit 2007 verbindet das Projekt Aus den Akten auf die Bühne historische und dramaturgische Arbeit und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Vermittlung von Geschichte mit theatralen Mitteln ein. Die Kooperation entstand auf Initiative der Bremer Historikerin Dr. Eva Schöck-Quinteros und entwickelt jede Lesung in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Mitarbeitenden der Universität Bremen und dem Ensemble der company. Regie und Text liegen bei Peter Lüchinger.

Mehr Infos gibt es hier auf der Website.