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Hanna, das clowneske Alter Ego von Gardi Hutter, hat in bislang neun Stücken aus immer anderen Werkstätten komische Geschichten übers Scheitern erzählt- ob Wäscherin, Hexe, Maus, Sekretärin, Zirkusclown, Schaustellerin, Souffleuse, Schneiderin - alle finden ein tragischkomisches Ende. Getoppt nur im letzten Stück, Gaia Gaudi: nach einer lustvollen Verwesung verschwindet Clown Hanna in einem Koffer und wird aus der Welt geworfen.
Nun schwebt sie als Geist im leeren Raum. Quasi in destillierter Form. Quasi als Essenz. Quasi. - Das große Scheitern – oder die große Freiheit? Gardi Hutter will genau hier weiter fantasieren und zusammen mit Michael Vogel ihr zehntes Stück kreieren. Alles übers Nichts.

ZERO

gardiZERO ist eine Hommage an die Kraft der Verwandlung – sei es die Geburt eines neuen Lebens, die Evolution der Natur oder die ständige Veränderung in uns selbst. Gardi Hutter zeigt, dass das Nichts nicht leer, sondern voller Möglichkeiten ist. Das Stück ist eine philosophische und vergnügliche Auseinandersetzung mit dem Nichts, dem Anfang aller Dinge. Aus der scheinbaren Leere erwächst Leben, aus dem Chaos entsteht Ordnung, und aus dem Nichts wird - alles. Mit ihrem eigensinnigen Humor und ihrer großartigen Körperlichkeit begibt sich die Clownerin auf eine Reise durch die Geburt der Dinge, vom ersten Zucken bis zur kompletten Verwandlung. Der Mikrokosmos Theater wird zum kreativen - und komischem - Makrokosmos. Mit minimalen Mitteln und maximaler Ausdruckskraft spielt sie mit den Gegensätzen von Leere und Fülle, Stillstand und Bewegung, Absurdität und Sinn. In einer Welt, die von Chaos und ständigem Wandel geprägt ist, lädt Gardi Hutter ihr Publikum ein, die Schönheit des Ursprungs, der Verwandlung und der Geburt zu entdecken. Ein Fest der Fantasie: clownesk, grotesk, poetisch.

Über Gardi Hutter

Ihre meisterhafte Mimik und Gestik, ihr clowneskes Spiel und ihre ausschweifende Fantasie erlauben es ihr, mit wenigen Worten unendlich viel zu erzählen. Die Entwicklung vom Nichts zum Etwas hat sie in gewisser Weise auch selbst erlebt: Weibliche Vorbilder gab es kaum, der Beruf der Clownin musste erst geschaffen werden. “Wer Clown werden will, muss seine eigene Figur kreieren, er muss etwas Eigenes finden und das ist ohne große Krisen nicht möglich”, so formulierte es Hutter einst. “Wenn du Frau bist, hast du noch immer grundsätzliche Zweifel, ob’s überhaupt möglich ist. Du hast nicht die Modelle, die schon bewiesen haben, dass es geht.”
Wie herausragend sie ihr Metier beherrscht, beweist Hutter bereits seit mehr als 40 Jahren.
(aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Franz Krauder)

Fotos: Geri Born