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Vom 16. September bis 4. Oktober 2022 lädt der Sujet Verlag ein auf eine Reise in die Literatur zwischen Abend- und Morgenland. Der Verlag möchte Brücken schlagen zwischen der deutschen Lebenswelt und fernen, unbekannten Ländern und Kulturen. Der Sujet Verlag präsentiert ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt fünf Veranstaltungen aus den Bereichen Lyrik und Prosa. Neben Lesungen der Autor:innen werden auch Gespräche mit dem Publikum geführt. Dieser Abend - der dritte Prosa-Abend - stellt die Werke der beiden iranischen Autoren Ghazi Rabihavi und Nava Ebrahimi vor.

»Söhne der Liebe«

von Ghazi Rabihavi, übersetzt aus dem Persischen von Gorji Marzban u. Thomas Geldner
Die beiden jungen Männer Djamil und Nadji bekennen sich in einer kleinen Stadt im Iran offen zu ihrer Liebe. In ihrem Alltag sehen sie sich fortan schonungslos zahllosen Schwierigkeiten und Anfeindungen ausgesetzt, denen eine Liebe standhalten muss, die es in einer patriarchalisch und traditionell-religiös geprägten Gesellschaft nicht geben darf. Unfähig, ihre Gefühle füreinander aufzugeben, flüchten sich die Liebenden in die nächste größere Stadt, weiter nach Teheran und schließlich in ein arabisches Land, wo sie mit ähnlicher sozialer Ablehnung wie daheim konfrontiert werden. Auf ihrem Weg in Richtung weiterer und freierer Horizonte können sie auf die Unterstützung zahlreicher Personen zählen. Doch werden sie jemals gemeinsam an einen Ort kommen, wo ihre Beziehung und ihre Gefühle füreinander nicht als Störung der bestehenden sozialen Ordnung und damit als verabscheuungswürdig angesehen werden?
Mit »Söhne der Liebe« zeichnet Ghazi Rabihavi ein umfassendes und repräsentatives Bild des Iran in den Jahren kurz vor und unmittelbar nach der Revolution von 1979. Der Roman beleuchtet damit einen Wendepunkt in der Geschichte Irans, greift jedoch ebenso universelle Fragen auf, die bis heute nichts an Relevanz eingebüßt haben. Durch die Protagonisten Nadji und Djamil lernt die Leserschaft verschiedene marginalisierte Bevölkerungsgruppen kennen und wird so während des Lesens konstant mit Problemen der sozialen und nationalen Zugehörigkeit konfrontiert.

»Der Cousin«

von Nava Ebrahimi
Auf der Flucht aus dem Iran in Richtung Kanada werden Mutter und Sohn in Thailand festgenommen und landen im Gefängnis. “Diese sechs Monate wurden zum Sperrgebiet, zum Tschernobyl der Familiengeschichte, die ohnehin an Boden verlor”, schreibt Nava Ebrahimi. Bei einer Begegnung mit seiner Cousine tanzt der schwule Kian auf einer Bühne in New York endlich bisher Ungesagtes. Was passierte dem jungen Mann nach der Ausreise mit gefälschten Papieren in einem Männergefängnis in Bangkok?

Weitere Infos unter Literaturmagazin Bremen und Sujet-Verlag. Hier geht es zur Homepage des 4. iranischen Literaturfestivals »Reisen in die Literatur«