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The Sky over Kibera ist ein Kunstfilm: Er erzählt von der Inszenierung der »Göttlichen Komödie« im riesigen Slum von Nairobi, Kibera, wo der Regisseur Marco Montanari mit 150 Kindern und Jugendlichen arbeitete und Dantes Meisterwerk auf Englisch und Suaheli neu erfand. Er tut dies in seinem poetischen und visionären Stil, verwebt die Filmaufnahmen der Aufführung mit anderen Bildern, mit Sequenzen, die speziell im Slum gedreht wurden, um die alchemistische Operation der Verwandlung von Theater in Kino durchzuführen.
Drei Teenager aus Nairobi geben Dante, Virgil und Beatrice Gesicht und Stimme: Sie sind die Führer, die das Publikum in das Labyrinth von Kibera führen, wo der “dunkle Wald”, in dem sich der Dichter verirrt, mehr als nur eine Metapher ist: Kibera bedeutet auf Suaheli “Wald”. Um sie herum rezitiert ein wimmelnder Chor von Körpern das Zusammentreffen von Bestien und Verdammten, Dieben und Mördern, Teufeln und korrupten Politikern und Dichtern, die die Wege der Erlösung aufzeigen: Zwischen Gesang und Schauspiel, frenetischem Lauf und wildem Tanz erwecken die 150 Protagonisten ein Fresko voller bewegender Poesie zum Leben, das die Universalität von Dantes Meisterwerk weiter bestätigt.

Das Produzentengespräch In dem Gespräch berichtet Marco Martinelli über »The Sky over Kibera«, die Inszenierung und den Filmdreh, sowie über seine Zusammenarbeit mit der bremer shakespeare company. Marco Martinelli ist Autor, Dramatiker, Regisseur. Zusammen mit der Schauspielerin und Regisseurin Ermanna Montanari gründete er das Teatro delle Albe, in dem die beiden auch als künstlerische Leiter tätig sind. Gemeinsam führen sie seit Jahren Projekte und Produktionen durch, die auf Dantes Werk basieren und internationale Tragweite erreichen, darunter die Inszenierung der gesamten »Göttlichen Komödie« für das Ravenna Festival, 2017-2021.
Martinellis Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und weltweit auf die Bühnen gebracht. Er gründete die »Non-Scuola« (übers. Nicht-Schule), eine theaterpädagogische Institution für Jugendliche mit Sitz in Italien, die auch über die Grenzen hinaus Maßstäbe gesetzt hat. Sein Leinwand-Debüt gab er 2017 mit dem Film »Vita agli arrest« über die birmanische Politikerin und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. 2019 erschien (im Verlag Ponte alle Grazie) sein Buch »Nel nome di Dante«, das er im Herbst 2021 im Istituto Italiano di Cultura Hamburg vorstellen wird.

Trailer zum Film

bsc-Filmfest: Sky over Kibera