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Krieg kann er gut, Politik eher nicht und Demokratie schon gar nicht: Der römische Kriegsheld Coriolanus ist bei allem Kampfesmut ein Unsympath, eine erstaunlich negative Figur. Er verachtet das Volk und hält es für eine Zumutung, dass er Plebejer um ihre Stimmen bitten muss, um Konsul zu werden. Er verspottet und beschimpft das Volk, was ihm zunächst die Verbannung und letztlich den Tod einbringt. Hier kämpft jeder nur für seine eigene Sache: die Bürger, die Politiker und selbst die Mütter, die ihre Söhne lieber auf dem Schlachtfeld sterben, als ihre Stadt untergehen sehen.
Im Zentrum der Inszenierung stehen die Fragen nach der Bedeutung von Demokratie, Aufrichtigkeit in der Politik, dem Schicksal und den Gewohnheiten. Die bsc und das Tiyatro BeReZe freuen sich auf die sich gegenseitig befruchtende künstlerische Arbeit und darauf, deutsches und türkisches Publikum für einen gemeinsamen Theaterabend zusammenzubringen.

In den Jahren 2016 und 2018 war das Tiyatro BeReZe mit seiner Inszenierung von „Macbeth“ für 2 Schauspieler bei der bremer shakespeare company zu Gast. In gemeinsamen Workshops haben die beiden Ensembles die unterschiedlichen Möglichkeiten in der Aufführungspraxis eines Shakespeare-Dramas entdeckt. Die Inszenierung von „Coriolanus“ verbindet die szenische Sprache des Tiyatro BeReZe Ensembles und die Spielweise der bsc - vom physischen Theater zum Storytelling, vom Objekttheater bis zur Clown-Darstellung.