Menü

Zum Stück

Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem treuen Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und ein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Im Namen des untergehenden Ordens der Irrenden Ritter kämpft er gegen mächtige Gegner und für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe. Er ist so ganz anders als wir modernen Menschen in unserer perfekten, zweckorientierten und auf Effizienz getrimmten Ordnung. Don Quichote und Sancho Pansa, dieses belächelte Paar aus einer fernen Zeit, reißt diese glatte Oberfläche auf und versetzt die Bühne in Chaos und Unruhe. Zwei Welten kollidieren auf der Bühne und die unkontrollierbare Macht der Phantasie bringt sie zum Leuchten. Abenteuer scheinen diese beiden Gestalten geradezu zu verfolgen: da wird ein Wirtshaus zum Kastell, Hammelherden werden zu feindlichen Heeren, Rasierbecken zu Helmen edler Ritter und Windmühlen zu Riesen. Die alte Kraft des Spiels eröffnet plötzlich auch den grauen Gegenwartsmenschen längst vergessene Möglichkeiten, ihr Leben verwandelt sich in einen Traum und umgekehrt und ihre Realität wird in Frage gestellt. Das Stück ist ein Votum für die Fantasie, ein Votum für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten. Es sind die imaginären Welten mit ihren fantastischen Verrücktheiten, die unser Leben auf solch wundervolle Weise irritieren, aber hat die ungebundene Phantasie, gar der vermeintliche Irrsinn, in der Gegenwart überhaupt noch einen Platz?

Don Quijote de la Mancha