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»Ich bin Cinna, der Dichter! Ich bin nicht Cinna, der Verräter!« Cinna, ein junger römischer Bürger, ist mit Müh und Not dem Mob auf den Straßen entkommen. Dass er genauso heißt, wie ein vermeintlicher Verräter wurde ihm fast zum Verhängnis. Die Menge ist aufgebracht, denn Cäsar wurde auf den Stufen des Senats ermordet! Julius Cäsar wollte den Senat dazu benutzen, ihn zum Imperator zu krönen. Doch Brutus, Cassius und andere haben das verhindert - sie nennen es Tyrannenmord. Sind sie Verräter oder Retter der Demokratie Roms? Die Demokratie ist gerettet, sagt Brutus, und die Menge heult auf, doch als Markus Antonius eine Lobrede auf Cäsar hält, heult sie lauter auf, und die Stimmung kippt! Der Mob auf der Straße, hungrig und wütend und jagt vermeintliche Verräter und Cinna, der Dichter, bekommt es am eigenen Leib zu spüren.
Eingeschlossen in seinem Zimmer, bedrängt von den flimmernden Bildern von Rebellion und Revolution auf einem alten Fernseher, reflektiert Cinna über die Machtder Sprache in der Politik und wie Wörter in der Politik Tatsachen schaffen. Was ist die Verantwortung eines Dichters? Wie viel Realität muss die Poesie abbilden, und wann geht sie an ihr zugrunde?
Mühelos schlägt der Monolog die Brücke von Shakespeares Rom-Drama zu den politischen Aufständen und Aufbrüchen unserer Zeit.

Ich, Cinna