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Sind wir in einem Museum? Das Objekt, die Installation: das sind vier lebende Tote: Die Protagonisten der Worpsweder Künstlerkolonie. Unerlöste Seelen allesamt: Paula Modersohn-Becker zusammen mit Otto Modersohn, Clara Westhoff und Rainer-Maria Rilke. Sie treten auf, wie zur Besichtigung ihrer selbst, in die Gegenwart gezwungen. Und zur Konfrontation mit einem, der hier ebenfalls nicht wegkommt: ein Museumsdirektor, ein Agent des Bewahrens und Verkaufens von Kunst, ein Agent des Geschäfts mit der Kunst.

Alle sind gefangen in einem Zwischenreich und gebannt von unserer Neugier, die sie nicht gehen lassen kann. Aus dem Dialog mit den Zeugnissen ihrer Vergangenheit kristallisiert ein Drama über Ruhm und Vereinnahmung, Identität und Zuschreibung.

„Kunst? Was soll denn die ganze Kunst, das Künstlern? Kann man doch vergessen! Verkauft ist die künstlerische Aktivität, von Anfang an korrumpiert. Wann hat Paula gesagt, dass die Kunst befreit? und: Kehrt zur Kunst zurück! Meint sie das wirklich so? Sagt sie nicht: „Ich, Frau Paula Modersohn-Becker, bin eine Respektsperson. Ich lege Widerspruch ein gegen meine Vermarktung!“?