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Warum schneit es gar nicht mehr? Schüttelt Frau Holle ihre Betten nicht mehr aus? Ist denn keiner da, der ihr hilft? Tagein tagaus sitzt ein Mädchen am Brunnen mit ihrer Spindel und arbeitet so unermüdlich, bis das Blut aus ihren Fingern quillt. Sie erschrickt und will das Garn im Wasser auswaschen, doch als sie sich tief über den Brunnenrand beugt, fällt ihr die Spindel aus der Hand und ist nicht mehr zu sehen. Zurück bei der Mutter beichtet sie ihr Missgeschick, aber diese schickt sie unbarmherzig fort, um die Spindel wieder zu beschaffen. Der Brunnen ist unendlich tief, und weil sie sich nicht zu helfen weiß und die Strafe der Mutter fürchtet, springt sie am Ende selbst hinein. Als sie wieder zu sich kommt, liegt sie inmitten einer wunderschönen Blumenwiese, sogleich macht sie sich auf den Weg, die Spindel zu suchen. Als sie im Haus der alten Erdgöttin Holle ankommt, trägt diese ihr allerlei Aufgaben im Haus und im Garten auf, und das Mädchen verrichtet alle Arbeit freudig und hingebungsvoll. Zum Dank überschüttet Mutter Holle das Mädchen bei ihrer Rückkehr auf die Erde mit Gold. Zuhause angelangt berichtet sie ihrer Mutter und Schwester, wie sie zu diesem Reichtum kam. Sofort schickt die Mutter auch die Schwester los, damit sie noch einmal die gleiche Belohnung hole. Im Hollerreich angekommen aber hat die Schwester nur das Gold im Sinn, deshalb verläuft ihr Weg im Hollerreich ganz anders…
Die Inszenierung lässt Mutter Holles „Anderswelt“ entstehen, in der die Lebensfäden der Menschen zusammenlaufen. Die Kinder werden spielerisch in den Verlauf der Geschichte miteinbezogen und erfahren die Frage nach Zusammenhalt im Gegensatz zu Eigennutz als ein gemeinschaftliches Erlebnis.