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Romantisch und komödiantisch - das sind die Attribute, die einem gemeinhin zum »Sommernachtstraum« einfallen. Doch für die Protagonisten der Geschichte beginnt diese Sommernacht überhaupt nicht besonders romantisch: Lysander und Hermia lieben sich, doch sie dürfen nicht heiraten. Sie fliehen vor den strengen Eltern in den dunklen Wald von Athen, der für sie nicht im Geringsten heimelig, sondern furchteinflößend ist. Und noch ein zweites Paar hat Grund, sein Glück im Wald zu suchen: Demetrius ist ebenfalls verliebt in Hermia und will sie Lysander ausspannen. Helena wiederum verfolgt Demetrius, den ihr Herz für sich erwählt hat - eine fatale Situation. Der Wald ist bevölkert von Elfen und Kobolden, die, als die Ausreißer erschöpft von ihrer Flucht einschlafen, ihren Schabernack mit ihnen treiben, der die vier nach dem Aufwachen vollends in die Irre führt und in die Verzweiflung treibt. Kann sich dennoch alles zum Guten wenden? Da müsste dann schon Zauberei im Spiel sein…

Franz Fühmann
Franz Antonia Josef Rudolf Maria Fühmann wurde am 15. Januar 1922 in Rokytnice nad Jizerou (Tschechoslowakei) geboten. Er war ein deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Autoren der DDR. Er lebte und wirkte als (Nach-)Erzähler, Essayist, Lyriker und Kinderbuchautor. In seiner Jugend durch den Nationalsozialismus geprägt, wurde er nach dem Krieg Anhänger des Sozialismus. Seit 1952 war er zudem Vorstandsmitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes (DSV). Zur Entwicklung der DDR verhielt er sich zunehmend kritisch und war in seinen späten Jahren bitter enttäuscht. Von 1958 bis zu seinem Tode war er freier Schriftsteller. Neben seiner schriftstellerischer Tätigkeit war Fühmann auch kulturpolitisch aktiv. Er förderte viele junge Autoren und setzte sich in späteren Jahren für Autoren ein, die unter Schikanen und Repressionen der DDR-Führung zu leiden hatten. So gehörte er z.B. 1976 zu den Erstunterzeichnern eines Protestbriefes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR. Er erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise. Er starb am 8. Juli 1984 in Ost-Berlin.

Literatur für Kinder und Jugendliche zu schreiben, war Fühmann zeit seines Lebens ein wichtiges Anliegen. Sein erstes Kinderbuch verfasste er auf Wunsch seiner Tochter Barbara. Später folgten weitere Bücher, unter anderem Märchen, Kasperlstücke, Bücher, die sich mit Sprache beschäftigten und damit spielten (Lustiges Tier-ABC, Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel), und etliche Nacherzählungen von klassischen literarischen Stoffen und Sagen (Reineke Fuchs, Das Hölzerne Pferd - Ilias und Odyssee, Prometheus. Die Titanenschlacht, Das Nibelungenlied). Zu diesen Werken gehören auch die Shakespeare-Märchen Ein Sommernachtstraum, Das Wintermärchen, Perikles und Der Sturm. Fühmann hat jene Stück des großen Elisabethaners ausgewählt, die in machen Werkverzeichnissen als seine Romanzen bezeichnet werden - Dramen, in denen tragische oder komödiantische Elemente mit teilweise epischen Erzählsträngen und märchenhaft-fantastischen Wendungen eine dramatische Verbindung eingehen.

Will, erzähl mir eine Geschichte - Ein Sommernachtstraum